Übergänge – Türen, Treppenhäuser, Fahrstühle, Ein- und Ausstiege, Raumwechsel – sind für das Nervensystem kurze Alarmmomente. Ein bekanntes Muster endet, ein neues Muster ist noch nicht vollständig erfasst. In dieser Zwischenphase steigt die Wachsamkeit automatisch.
Je häufiger und schneller solche Wechsel aufeinander folgen, desto mehr Sortierarbeit sammelt sich an. Das Nervensystem muss jedes Mal neu ordnen: Gerüche, Geräusche, Bewegungsfluss, Distanzoptionen, soziale Signale. Selbst Hunde mit stabiler Grundstruktur zeigen in Übergängen erhöhte Aktivierung.
Für die Praxis bedeutet das:
Der Hund ist an Übergängen nicht „unsicher“, sondern orientiert sich. Typische Orientierungsmerkmale sind:
Entscheidend ist nicht, ob der Hund in Übergängen aktiviert reagiert, sondern ob er nach der Orientierung wieder weich wird und in Regulation zurückfindet.
Sie erzeugen automatische Wachsamkeit. Das ist normal, kein Hinweis auf Instabilität.
Viele schnelle Wechsel hintereinander erschöpfen das Nervensystem sichtbarer als ein einzelner starker Reiz.
Ein Hund, der regulierbar bleibt und schnell wieder in einen fließenden Bewegungs- und Atemrhythmus findet, arbeitet stabil.
🔹 Beispiel: „Vom Spaziergang direkt ins Haus – und dann kommt Besuch. Der Hund springt, bellt, wirkt überdreht. Kein Erziehungsproblem, sondern eine typische Reaktion auf Übergänge ohne Pufferphase.“